Die allerkleinste Poststation

Dieses liebe Gedicht aus einem alten, zerfledderten Kinderbuch hat mich auf den Namen meiner Homepage gebracht:

Die allerkleinste Poststation,
Die steht in keinem Lexikon.
Sie liegt, mein liebes Kind,
Drei Meilen hinterm Wind.

Dort trägt ein alter Marabu
Bei Nacht dem Monde Briefe zu.
Ein solcher Brief ist zart
Und von besondrer Art.

Der Umschlag ist aus Spinnenweb,
Und was im Brieflein drinnen steht,
Mein Kind, das rätst du kaum:
im Brieflein steht ein Traum.

Der Marabu schreibt in dem Brief,
Was du geträumt im Schlafe tief.
Er schreibt den ganzen Traum,
Auf einen Federflaum.

All diese Briefe liest er dann.
Und ordnet sie so gut er kann,
Und wenn ein Brief sich lohnt,
Dann fliegt er ihn zum Mond.

Zuweilen trägt der Marabu
Ein Brieflein auch der Sonne zu.
Die Sonne lächelt dann
Und scheint so hell sie kann.

Doch leider ist das gar nicht oft
Und selten nur und unverhofft
Weil Träume, liebes Kind,
Fürs Tageslicht nichts sind.

Doch träumst du mal besonders fein,
Und gibt`s am Morgen Sonnenschein
Dann hat dein Traum bei Nacht
Der Sonne Spaß gemacht.

Nun weißt du, was die Poststation,
Die sich in keinem Lexikon 
Und keinem Buche find`t, 
Bedeutet liebes Kind! 

James Krüss

 

 





 

 

 

 

 

 

 

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gefangen in Frames?

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e-Mail: marabu@marabus-poststation.de
Ersterscheinung: April 2001


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