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Das goldene Fenster
Es war einmal ein kleiner Junge,
der lebte in einer Hütte auf einem grünen Hügel. Er war glücklich. Und
doch fehlte ihm etwas zu seinem Glück, denn da gab es etwas, das er sich
mehr als alles auf der Welt wünschte: Jeden Tag gegen Abend, wenn die
Sonne allmählich sank, saß er auf der Schwelle, stütze sein Kinn in die
Hand und starrte über das weite Tal hinüber zu einem Haus, das goldene
Fenster hatte. Wie Diamanten leuchteten sie! Es war ein wunderbarer Anblick,
und er konnte sich nicht satt sehen, und er wünschte sich sehnlichst,
dass er einmal in einem solch schönen Haus wohnen könnte.
Tag für Tag, Jahr für Jahr faszinierte ihn das Haus mit den goldenen Fenstern,
und als er schließlich alt genug war, um in die Schule zu gehen, beschloss
er, das Haus seiner Träume endlich kennenzulernen. An einem Nachmittag
im Sommer machte er sich auf den Weg. Aber er brauchte länger als er gedacht
hatte, und als er schließlich ankam, war die Sonne bereits untergegangen.
Er erlebte eine schreckliche Enttäuschung: Das Haus hatte gar keine goldenen
Fenster, ja es war nichts anderes als eine einfache Hütte mit ganz gewöhnlichen
Fenstern. - In der Hütte lebte ein Mann mit seiner Frau, und da es schon
zu spät für den Rückweg war, behielten sie den kleinen Jungen über Nacht
bei sich. Wie groß aber war seine Überraschung, als er am nächsten Morgen
erwachte und aus dem Fenster schaute: Fern über dem Tal stand ein anderes
Haus mit goldenen Fenstern, und jedes einzelne Fenster blinkte und blitzt
so herrlich, wie er es nie zuvor gesehen hatte. Voller Erwartung lief
er darauf zu. Da erkannte er es: Es waren die Fenster des Hauses, in dem
er wohnte.
H.L.GEE
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